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4.1.2010

Das letzte ARS Organi (4/2009)

Abgelegt unter: Uncategorized — admin @ 21:32

Das Letzte ARS Organi (4/2009) darf ruhig auch als das beste Heft des Jahres gesehen werden.

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Ein ganz hervorragender Bericht mit sehr guten Fotos gibt es dort von Wolfram Hackel über die Lagerung der Wellen auf dem Wellenbrett von F.G. Pfützner, der zeigt, dass hier interessante Gedanken bereits vor über 250 Jahren im Orgelbau vorgelegen haben (von regulierbaren Spitzenlagerungen bis hin zu befederten Lagern, wovon in keinen der bekannten historischen Schriften je ein Wort gestanden hat).

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Von Christian Lobback wird uns eine gutmütige Geschichte erzählt, wie er als Lehrling, nur im Zungenstimmen geübt, nach HH/St. Jacobi kommt, wo ihn Heinz Wunderlich am Spieltisch erwartete. Nachdem er dann die Zungen durch hatte, sollte er noch eine einzige Labialpfeife im Scharff 6fach nachstimmen, was er, wie gesagt noch nie gemacht hatte. Aber nun entschließt er sich, eine eine blütenreine Feder in eine der Mixturpfeifen zu stecken und die Verstimmung war wie weggeblasen. Orgelbauerkonstruktionen, die man aber gerne zur Kenntnis nimmt.

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Leider werden immer noch Dauerschreiber, die ihr gesamtes Orgelwissen aus irgendwelchen Büchern zusammengelesen haben, um fleißig daraus zu zitieren, bevorzugt in diesen Heften abgetextet. Was zumindest dann, wenn es sich um uralte und neu aufgebügelte Vorträge handelt, eine Zumutung ist. So zurückgeblieben kann das GDO-Publikum einfach nicht sein.

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Fachlich interessanter sind hier die Berichte von Orgelbauer, wie Kuhn, der ebenfalls sehr gute Fotos einer Tretbalganlage aus einer Egedachter-Orgel aus 1732 zeigt. Oder der Bericht von Vogt über die Stahlhut-Orgel in Kirchherten aus 1876 - hervorragender Restaurierungsbericht, den man direkt verinnerlichen kann.

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Der Inserentenmarkt zeigt nun starke Erneuerungsbewegungen: so viele neue Namen im Orgelbau haben wir schon lange nicht mehr gesehen, und es dürfte sicher sein, dass man sich nicht alle unbedingt merken muss. Aber die Farbigkeit im deutschen Orgelbau hat zugenommen. Einige der gezeigten Orgelentwürfe demonstrieren, dass hier noch erhebliches künstlerisches Potential vorhanden ist. Wenn es denn nicht so ist, und dieser Verdacht neigt sich ganz tief in mein Innerstes; Dass Orgelbau mehr und mehr zum Kitsch verfällt, weil keine grundlegende künstlerische Kraft mehr da ist, weil kein Lied mehr geschrieben wird für diesen an Neuerungen so unbedingt angewiesenen Instrumentenbau. (im Gegensatz zum Klavier-Geigen-Flötenbau usw., der ja seit über hundert Jahren nur noch technisch weiter entwickelt wird und der ausschließlich und exemplarisch historisierende Musik betreibt und individuelle Instrumentengestaltung nie kannte).

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